An der Börse kann man viel Geld verdienen, wenn man im richtigen Moment das Richtige tut. Dazu gehört auch ein wenig Glück, vor allem aber kommt es auf fundiertes Wissen und ausführliche Recherche an. Als um die Jahrtausendwende herum jeder Aktien haben wollte, da war es plötzlich gar nicht mehr wichtig, was ein Unternehmen eigentlich tat. Praktisch jede Neuemission, also jeder neue Börsengang, war mehrfach überzeichnet. Das bedeutet: Es erteilten so viele Anleger ihren Banken Kaufaufträge, dass die Nachfrage größer war als das Angebot. Darüber, wer bei einer Neuemission zum Zuge kam und wer nicht, entschied nicht selten das Los. Über Ziele oder gar nachweisbare Umsätze wussten viele der Kleinanleger, die unverdrossen ihr Erspartes an die Börse trugen, häufig nur sehr wenig. Experten sprechen in einem solchen Fall von einer Hausfrauen-Hausse, und viele größere Investoren begannen bald mit dem Rückzug. Sie erkannten, dass die spekulative Blase, in der Unternehmen ohne nennenswerten Gewinn mit vielen Millionen Euro bewertet wurden, irgendwann würde platzen müssen. Lediglich eine vage Geschäftsidee bedeutet schließlich noch lange keine soliden Erträge, die aber als Rechtfertigung für die hohen Kurse zwingend erforderlich gewesen wären.
Wie die Geschichte ausging, ist bekannt: Die Börsenkurse stürzten ab, viele der einst bejubelten Unternehmen gibt es heute nicht mehr. Und die Börse stellte das Segment, in dem die Spekulationen am wildesten blühten, den so genannten Neuen Markt, gleich ganz ein. Seither sind die Anleger wieder deutlich vorsichtiger, viele kleine Sparer haben der Börse endgültig den Rücken gekehrt. Dabei gibt es auch heute noch eine ganze Reihe von lukrativen Anlagemöglichkeiten, an der deutschen Börse genauso wie an Handelsplätzen im Ausland. Man muss die Perlen nur finden und dann möglichst viele Informationen über das Unternehmen einholen.
Der legendäre Investor und vielfache Milliardär Warren Buffet hat einmal sein eigentlich ganz simples Erfolgsrezept so beschrieben: Er investiert ausschließlich in solche Unternehmen, deren Geschäftsmodell er versteht. Das können Banken oder Versicherungen oder auch Getränkehersteller sein. Von allzu spekulativen Investments hat Buffet stets die Finger gelassen, und er ist damit immer gut gefahren. An ihm sollte sich jeder Anleger ein Beispiel nehmen, der ebenfalls langfristig erfolgreich investieren will. Eine Firma und ihr Geschäft zu verstehen, ist aber noch nicht genug. Man sollte sich darüber hinaus auch mit den finanziellen Kennzahlen beschäftigen. Börsennotierte Unternehmen legen nicht nur Jahresbilanzen vor, sondern informieren in jedem Quartal über die aktuelle Geschäftsentwicklung. Hier lässt sich ablesen, wie erfolgreich ein Unternehmen arbeitet und ob es solide aufgestellt ist. Zudem liefert das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Hinweise darauf, wie hoch eine Aktie bewertet ist. Das KGV gibt die Relation zwischen dem Gewinn eines Unternehmens und dem Aktienkurs an. Je niedriger das KGV liegt, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Verglich zu anderen Firmen derselben Branche deutlich niedriger liegt, kann das heißen, dass das Unternehmen unterbewertet ist. Ein Engagement in dieser Aktie könnte daher lukrativ sein.